Ethik – nur ein Thema für Sonntagsreden? Mitnichten; Anfang des Jahres erregte der amerikanische Konzern Facebook Aufsehen, weil er 6,6 Millionen Euro spendet, um an der TU München ein Institut zu gründen, das sich mit ethischen Fragen in Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Die dynamische technische Entwicklung stellt unsere Gesellschaft vor neue ethische Fragen, gerade auch im Bereich der Medien. Hier setzt unser Medienethik-Tag an; gemeinsam wollen wir ein „update“ in Sachen Medienethik geben und über neue Antworten auf die ethische Frage diskutieren: Wie sollen wir handeln, gerade heute, in einer digitalisierten Welt?

13:05 - 13:10 Uhr
Grußwort der Vize-Präsidentin der Universität der Bundeswehr München
Prof. Dr. Rafaela Kraus
13:15 - 13:40 Uhr
Sehen – Nichtsehen – Wegsehen:
Bildethik im Zeitalter der Digitalisierung
Prof. Dr. Sonja Kretzschmar
13:45 - 14:15 Uhr
Künstliche Intelligenz als Thema der Ethik - Philosophische Anmerkungen zur aktuellen Debatte
​Prof. Dr. Alexander Filipović
14:15 - 14:30 Uhr
Pause: 15 Minuten
14:30 - 15:00 Uhr
Algorithmische Selektion: Normative Herausforderungen für den Journalismus
​Prof. Dr. Annika Sehl
15:00 - 15:30 Uhr
Normative Aspekte von Migration und Medien
Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen, Susanna Endres M.A.
15:30 - 16:00 Uhr
Medienethische Diskussionen weltweit entfällt
Dr. Judith Pies
16:00 - 16:15 Uhr
Pause: 15 Minuten
16:15 - 16:45 Uhr
Künstliche Intelligenz und Digitalisierung im Spielfilm: Ethische Beobachtungen
Prof. Dr. Thomas Bohrmann
16:45 - 17:15 Uhr
Kommt erst die Krise, dann die Moral? 
Journalismus zwischen wirtschaftlichem Druck und gesellschaftlichem Anspruch
Prof. Dr. Irene Preisinger
17:15 - 17:30 Uhr
Pause: 15 Minuten
ab 18:30 Uhr
Sommerfest der Fakultät mit X-media campus Awards
13:10 - 13:15 Uhr
Grußwort des Dekans der Fakultät Betriebswirtschaft
Prof. Dr. Carsten Rennhak
13:00 - 13:05 Uhr
Begrüßung der Teilnehmenden
Prof. Dr. Sonja Kretzschmar
17:30 - 18:15 Uhr
Podiumsdiskussion
 
Teilnehmende:
  • Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen, Universität Eichstätt
  • Anja Miller, Redaktionsleiterin Rundschau, BR
  • Prof. Dr. Irene Preisinger, Universität der Bundeswehr München

Moderation:
Prof. Dr. Sonja Kretzschmar und Johannes Götz, Studierender, Universität der Bundeswehr München
 
Sehen – Nichtsehen – Wegsehen:
Bildethik im Zeitalter der Digitalisierung
13:15 - 13:45
Bilder berühren Menschen; vor allem dann, wenn sie sich mit Leid oder Tod beschäftigen. Wie kann eine Ethik der Bilder aussehen? Kann oder muss man hinschauen? Dürfen, sollten, müssen Menschen auch manchmal wegsehen? In einer zunehmend visualisierten Gesellschaft, bei der Bildaufnahmen mittlerweile an fast jedem Ort der Welt sofort technisch erstellt und zugänglich gemacht werden, stellen sich diese Fragen zunehmend. Mit dem technischen Fortschritt steigt aber auch das Potential, wirkungsmächtige Bilder zu manipulieren, oder auch Bewegtbilder mit Deep Fakes zu erstellen. Der Vortrag stellt ethische Positionen vor, aus denen heraus Menschen das Leid anderer Menschen betrachten und stellt Fragen nach neuen ethischen Herausforderungen im Zeitalter der medialen Digitalisierung.
Prof. Dr. Sonja Kretzschmar
Künstliche Intelligenz als Thema der Ethik - Philosophische Anmerkungen zur aktuellen Debatte
13:45 - 14:15
Der Vortrag beleuchtet die ethischen Probleme der Künstlichen Intelligenz (KI). Doch welche sind dies überhaupt? Noch ist das gar nicht so klar. Viele der moralischen Aspekte werden mit der „starken KI“ verbunden, also der KI, deren Ziel es ist, menschliche Fertigkeiten zu übertreffen - obwohl man noch nicht weiß, ob sie überhaupt jemals existieren wird. Dennoch bestehen auch bei der "schwachen KI", die Probleme durch konkrete Anwendungen löst, starke ethische Probleme. Der Beitrag beschreibt diese anhand der Stichworte Freiheit des Menschen, Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung, Gerechtigkeit. Der Vortrag endet mit einer Bestimmung von Verantwortlichkeiten und betont dabei die "digitale Verantwortung" der Unternehmen (Corporate Digital Responsibility).
Prof. Dr. Alexander Filipović
Algorithmische Selektion:
Normative Herausforderungen für den Journalismus
14:30 - 15:00
Wenn Nachrichtenredaktionen wie tagesschau.de oder n-tv einen Beitrag auf Facebook veröffentlichen, heißt das nicht zwingend, dass Nutzer*innen diesen auch sehen, selbst wenn sie die Medienorganisation „geliked“ haben. Warum? Weil Algorithmen steuern, welche Nachrichtenbeiträge wie oft und an wen ausgespielt werden. Ziel der Plattformbetreiber ist es, Nutzer*innen ein individualisiertes, auf ihre Interessen und Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot zu machen. Sie sollen dadurch so lange wie möglich auf der eigenen Webseite gehalten werden.
In diesem Vortrag steht die Frage im Mittelpunkt, welche Vorteile, aber auch Risiken eine Nachrichtenverbreitung und -nutzung über Algorithmen für Redaktionen, Publikum und letztendlich die demokratische Gesellschaft mit sich bringt. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Diskussion der normativen Herausforderungen und der moralischen Implikationen im Umgang mit Algorithmen. Abschließend werden Herangehensweisen diskutiert, wie (öffentlich-rechtliche) Medienorganisationen sich diesen Fragen praktisch stellen und die Balance zwischen Personalisierung und einer vielfältigen Information anstreben.
Prof. Dr. Annika Sehl
Normative Aspekte von Migration und Medien
15:00 - 15:30
„Asyltourismus“, „Anti-Abschiebeindustrie“, „Masseneinwanderung und Messermigration“: Narrative und Frames wie diese prägten und prägen die Berichterstattung zu Themen rund um Migration und Flucht. Durch die Analyse der Strukturen der Berichterstattung kann offengelegt werden, weshalb derartige Frames so wirkmächtig sind. Davon ausgehend werden in diesem Vortrag Überlegungen formuliert, die aufzeigen, welche normativen Anforderungen an die Berichterstattung zu den Themen „Flucht und Migration“ gestellt werden sollten. Neben der individuellen wird die organisationale Verantwortung ebenso in den Blick genommen wie die Verantwortung des Publikums.
Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen, Susanna Endres M.A.
Medienethische Diskussionen weltweit
15:30 - 16:00
Medienethische Fragen entstehen nicht im luftleeren Raum. Oft entzünden sie sich an konkreten Beispielen oder in Krisensituationen. In jedem Fall brauchen sie aber einen „Ort“, an dem sie artikuliert und diskutiert werden können. Nicht in allen Ländern gibt es Presseräte oder medienkritische Blogs wie in Deutschland, dafür aber andere Formen der berufsinternen oder zivilgesellschaftlichen Medienbeobachtung. Einige dieser Formen werden im Vortrag anhand von internationalen Beispielen vorgestellt.
Dr. Judith Pies
Künstliche Intelligenz und Digitalisierung im Spielfilm. Ethische Beobachtungen
16:15 - 16:45
Der Spielfilm spiegelt gesellschaftliche Realität und erzählt mit seinen Stilmitteln Geschichten über das Leben. Damit ist er auch eine Erkenntnisquelle darüber, wie in der Gesellschaft über Moral nachgedacht wird. Indem der Film also Moral und Unmoral thematisiert, ist er eine ethische Erzählung. Auch die Themen „Künstliche Intelligenz“ und „Digitalisierung“ werden bereits seit einigen Jahren im Spielfilm behandelt. In diesem Vortrag sollen dazu Filmbeispiele zur Sprache kommen. 
Prof. Dr. Thomas Bohrmann
Kommt erst die Krise, dann die Moral?
Journalismus zwischen wirtschaftlichem Druck und gesellschaftlichem Anspruch 
16:45 - 17:15
Auf der Suche nach dem nächsten Scoop stehen Journalisten stark unter Druck - auch, weil in vielen Redaktionen kräftig gespart wird. Die Medienbranche steckt seit langem in der Krise, ganze Geschäftsmodelle wanken. Doch qualitativ hochwertiger Journalismus, der gesellschaftliche und ethische Ansprüche erfüllt, kostet Geld. Gründliche Recherche etwa braucht Zeit. Der Vortrag bringt Beispiele aus der Praxis und umreißt das Spannungsfeld, in dem viele Journalisten arbeiten: zwischen wirtschaftlichem Druck und öffentlicher Aufgabe.
Prof. Dr. Irene Preisinger
Twitter: #met19
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